Diplomarbeit "Nachhaltiges Trassenmanagement" - 2005

Diplomarbeit "Nachhaltiges Trassenmanagement, eingereicht beim Lebensministerium zur Erlangung der Berechtigung zur Führung der Bezeichnung "Diplom-HLFL-Ingenieur".

 
Zusammenfassung
Der Instandhaltung der Stromleitungstrassen kommt bei der Aufrechterhaltung bzw. der Verbesserung der Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom eine tragende Rolle zu. Die „Blackouts“ der jüngsten Vergangenheit in Europa haben gezeigt, welche weitreichenden Folgen mit einer länger anhaltenden Unterbrechung der Stromversorgung in Verbindung stehen. Das Thema „Versorgungssicherheit“ hat mit diesen Vorfällen wieder besondere Aktualität erlangt und die Frage nach den Ursachen aufgeworfen. Ein unverzichtbares Asset bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist eine vorausschauende und konsequente Instandhaltung der Übertragungsinfrastruktur und ihrer Trassen. Allerdings sollte das im Sinne eines „nachhaltigen Trassenmanagements“ umgesetzt werden, das versucht, die Eingriffe in die Landschaft und in den Naturhaushalt möglichst gering zu halten bzw. zu vermeiden. Der voranschreitende Verlust an heimischen Tier- und Pflanzenarten und der für sie unabdingbaren Lebensräume macht es notwendig, alle in Frage kommenden Bereiche der Landnutzung auf ihre Eignung und ihre Nutzbarkeit für Naturschutzzwecke zu durchleuchten. Die Instandhaltung von Freileitungstrassen bietet diesbezüglich Entwicklungschancen, die bisher erst ansatzweise oder gar nicht genutzt worden sind. Die Verbundgesellschaft hat bereits im Jahr 1994 damit begonnen, Themen und Anforderungen des Umweltschutzes in das strategische Unternehmenskonzept zu übernehmen. Niederschlag hat diese Politik in einem konzernweiten Umweltmanagement- und Umweltinformationssystem gefunden – die festgelegten Ziele der Verbund - Austrian Power Grid AG (APG) decken sich mit der Umweltmanagementverordnung (EMAS-VO) und -norm (ÖNORM EN ISO 14001). Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, aufbauend auf dem bestehenden Unternehmenskonzept der Verbund APG, ein Leitbild für ein nachhaltiges Trassenmanagement zu entwickeln. Besonderes Augenmerk wird auf die Potentiale gerichtet, die ein nachhaltiges Trassenmanagement für den Naturschutz und seine Ziele entfalten kann. Die Anstrengungen des Natur- und Umweltschutzes, einen vorsorgenden Umgang mit der Natur auch außerhalb der ausgewiesenen Schutzgebiete zu verankern, sollen unterstützt werden. Dazu müssen Aufgaben und Ziele des Natur- und Umweltschutzes bestmöglich in die lang- und mittelfristige Planung der Trasseninstandhaltung integriert und entsprechende Grundlagen geschaffen werden. Die Verbund APG hat deshalb im Jahr 1997 das Forschungsprojekt „Ökologische und ökonomische Trasseninstandhaltung“ ins Leben gerufen. In diesem Projekt (1997-1999) wurden von unterschiedlichen Fachdisziplinen vier Mustertrassen bezüglich ihres ökologischen und ihres sozio ökonomischen Wertes und ihrer ökologische Einbindung in die Landschaft untersucht (Haimbl et al., 1999). Bei der Erstellung dieses Endberichtes wurden folgende operative Ziele verfolgt:

  • Synoptische Darstellung der ökologischen Charakteristik des „Lebensraumes Stromleitungstrasse“.
  • Darstellung der naturschutzfachlichen und sozio-ökonomischen Prioritäten entlang der bestehenden Trassen (der bei Berichtlegung vorliegende Informationsstand stellt eine Ausgangsbasis dar, die in Zukunft konsequent in Kontakt mit den relevanten Stellen weiter ausgebaut wird – „dynamische Konzeption“).
  • Verfügbarmachung von ökologischem Wissen für die Trasseninstandhaltung.
  • Darstellung von Gestaltungspotentialen im Trassenmanagement und exemplarische Auflistung von dafür geeigneten Pflegemaßnahmen.

Die vorliegende Diplomarbeit basiert ausschließlich auf bereits bestehenden und digital verfügbaren Datenquellen. Es wurden keine Biotopkartierungen entlang der Freileitungstrassen durchgeführt, da es nicht Ziel dieser Arbeit war, parzellenscharfe Aussagen bzw. Vorgaben zu treffen. Der Grad der räumlichen Bearbeitungsintensität richtet sich nach den verfügbaren bzw. von den Naturschutzabteilungen der Länder zur Verfügung gestellten Datengrundlagen. Mit dieser Arbeit steht den Verantwortlichen der Verbund APG eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Instandhaltungsarbeiten entlang der bestehenden Trassen zur Verfügung. Die darin dargestellten Ziele und Entwicklungsvorschläge können und sollen bei der Maßnahmenfindung im Dialog mit den Grundeigentümern eine wichtige Grundlage bilden. Diese Diplomarbeit wird in ähnlicher und detailliert ausgearbeiteter Form als Projektendbericht von der Verbund APG aufgelegt. Dieser Endbericht stellt die Basis für themenspezifische und zielgruppenorientierte Publikationen dar.
 
Dieses Projekt wurde umgesetzt unter der Leitung von:
Ing. Sven Aberle MSc (GIS), Verbund APG; Am Hof 6A, 1010 Wien
Dr. Ernst Partl, Agentur für Umwelt und Nachhaltigkeit; Seeblick 1, 6330 Cham
 
Wissenschaftliche Unterstützung durch:
ao.Univ. Prof. Dr. Friedrich Reimoser, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie; Savoyenstraße 1, 1160 Wien
Dr. Eduard Hochbichler, Institut für Waldbau an der Universität für Bodenkultur; Peter-Jordanstraße 70, 1190 Wien
 
Mit einem Beitrag von:
ao.Univ. Prof. Dr. Thomas Wrbka, Institut für Ökologie und Naturschutz; Althanstraße 14, 1090 Wien
 
Diplomarbeit Nachhaltiges Trassenmanagement
Anhang 1 - Glossar
Anhang 2 - Leitbild Vorarlberg
Anhang 3 - Bäume und Sträucher

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